|
Reviews - Planet 51
|
|
|
|
Planet 51
|
|
von Tom D. vom 17.11.09, 16:28 Uhr
|
|
|
Und es gibt doch Außerirdische!
|
|
Die Flut an Lizenzspielen hört und hört einfach nicht auf. Schuld sind die vielen Animationsfilme. Es vergeht kaum ein Monat, wo kein neuer Animationsfilm in unsere Lichtspielhäuser kommt. Und die Thematik solcher Filme eignet sich nun mal perfekt für ein kindgerechtes Videospiel. Das hat sich auch SEGA gedacht, und flott hat man sich die Lizenz für eine Videospielumsetzung des neuen Animationsfilms „Planet 51“ gesichert. Haben die Pyro Studios ein spaßiges Abenteuer für unsere Kleinen entwickelt? Oder geht der Open-World-Titel in den Fluten an Lizenzprodukten gnadenlos unter? Wir haben es für euch herausgefunden.
|
|
|
ES GIBT KEINE AUßERIRDISCHEN
Der Großteil der Menschheit glaubt nicht an Aliens und ist sich sicher, dass die Menschen den einzigen bewohnbaren Planeten besitzen. Ob’s nun stimmt oder nicht, auf dem Planeten 51 ist man derselben Ansicht. Zumindest ist der kleine Lem der Ansicht, da draußen gäbe es kein anderes Leben. Lem’s Welt scheint unserer sehr zu ähneln. Man erkennt Familienhäuser, befüllte Straßen und spießige Vorstadt-Gärten. Nur die Bewohner wirken in den Augen eines Menschen etwas abnormal. Statt der üblichen Hautfarbe, kommen die Bewohner des Planeten 51 in einem zarten Grün daher. Deren Fortbewegungsmittel kommen einem menschlichen Fahrzeug zwar nahe, müssen aber ohne Räder auskommen. Ob an der fliegenden Untertasse doch etwas dran ist?
Wer sich etwas mit dem bald startenden Kinofilm beschäftigt hat, weiß bereits im Vorfeld, dass Lem der Hauptcharakter dieser außerirdischen Geschichte ist. Erst im späteren Spielverlauf kommen Chuck und Rover hinzu. Während Rover ein typischer Roboter ist, stellt Chuck einen Astronauten vom Planeten Erde dar. Der Mensch hat natürlich nur ein Ziel: Bloß weg von Planet 51. Bevor man aber in dessen Geschichte eingreift, erkundet man erst einmal mit Lem die unterhaltsame Welt des Planeten 51. In den ersten Spielminuten steuert man eine Art Fahrrad und erlernt somit die Feinheiten der problemlosen Steuerung.
Mit „Grand Theft Auto“ hat man sich ein gewaltiges Gameplay-Vorbild genommen. Denn auch „Planet 51“ lässt dem Spieler viele Freiheiten. Man darf sich völlig frei durch die skurrile Welt bewegen. Da Lem gerade erst seinen ersten Job angetreten hat, sind die ersten Missionen entsprechend seicht. Hier mal ein paar Zeitungen austragen und da mal etwas von A nach B bringen. Man sollte sich aber stets ins Gedächtnis rufen, dass es sich hierbei um einen kindgerechten Open-World-Titel handelt – und das ist den Entwicklern gelungen. Viel wichtiger als Zeitung austragen, sind aber die Rennen. Diese bilden einen Großteil der Spielzeit und wurden witzig gestaltet. Oberstes Ziel ist wie immer der Sieg gegen andere Konkurrenten. Damit die Rennfahrer-Karriere nicht langweilig wird, hat man die unterschiedlichsten Fahrzeuge auf dem Planeten 51 abgesetzt. Diese stehen aber nicht von Anfang zur Verfügung und müssen im Laufe der Kampagne freigeschaltet werden. Das sorgt für Motivation. Da die Fahrzeuge in der Garage bereitstehen, entfällt das lästige Suchen nach einem bestimmten Fahrzeug.
Damit es während der Spielzeit nicht zu eintönig wird, darf man in der Rolle des Chuck einen weiteren Handlungsstrang erleben. Da es sich bei Chuck um einen gestandenen Kerl mit eindeutig menschlicher Herkunft handelt, will dieser natürlich ruckizucki runter vom Planeten 51. Leider befindet sich sein Raumschiff in einem katastrophalen Zustand und will erst mal repariert werden. Wem das noch nicht reicht, der freut sich über die vielen Sticker und Comichefte. Denn diese erhält man als Belohnung für die etlichen Erfolge auf dem Planeten 51.
Hat man sich durch sämtliche Missionen gekämpft und jeden noch so kleinen Auftrag erledigt, bleibt noch der Multiplayer-Modus für bis zu zwei Spieler. Leider verschenkt man hier einiges an Potential. Die Rennen machen Spaß, da braucht man nicht zu diskutieren, aber dem Open-World-Abenteuer wurden keine Online-Funktionen spendiert. Immerhin kann man sich mit einem Freund vor die Konsole setzen und gemeinsam für Rennaction sorgen. Kinder dürften diese Art von gesellschaftlichen Spielen zwar bevorzugen, doch die fehlende Online-Funktion bleibt eben ein Ausstattungs-Makel. Weiterhin hätten wir uns etwas mehr Abwechslung in der Auswahl der Rennstrecken gewünscht. Diese ähneln sich einfach zu sehr.
Was die Technik angeht, kommt „Planet 51“ recht solide daher, lässt aber die Liebe zum Detail vermissen. Die Charaktere und Umgebungen wurden akkurat umgesetzt, könnten aber mehr Details vertragen. Da hat das erwachsene Vorbild „GTA IV“ aber Einiges mehr auf dem Kasten. Im Gegenzug ist auf den Straßen von „Planet 51“ immer was los. Das die Vertonung auf hohem Niveau rangiert, braucht man angesichts der Filmlizenz wohl nicht zu erwähnen. Zwar stimmt die Synchronisation hier und da nicht überein, der Qualität tut das aber keinen Abbruch. Und die Hintergrundmusik? Anfangs fällt sie kaum auf, später geht sie einem gehörig auf die Nerven.
|
|
|
|
|
|
|
Langsam aber sicher scheint die Qualität dieser Lizenzumsetzungen dauerhaft zu steigen. Früher wurden wir mit einer Gurke nach der anderen beglückt. Heute sind die Spiele sicherlich nicht fehlerfrei, machen aber Spaß. „Planet 51“ macht da keine Ausnahme. Dank der freibefahrbaren Planetenoberfläche im Stile von „GTA IV“ kommen sogar Erwachsene hier und da auf ihre Kosten. Am Ende darf man dieses Spiel aber nur dem jüngeren Publikum bedenkenlos empfehlen. Diese werden an der abgedrehten Geschichte und deren witzige Charaktere ihren Spaß haben.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|

|