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Halo 3: ODST
von Tom D. vom 21.09.09, 13:30 Uhr
Funktioniert Halo auch ohne Masterchief?

Nach Halo 3 wird Bungie keinen weiteren Halo-Ableger produzieren. So ging die Meldung direkt nach dem veröffentlichten Halo 3 an die Öffentlichkeit heraus. Aber anscheinend kann man bei Bungie einfach nicht loslassen. Wir wollen jetzt natürlich nicht die Behauptung aufstellen, man würde auch das schnelle Geld in Betracht ziehen. Egal was Bungie nun dazu bewegt hat, an der Halo-Marke weiterzuarbeiten, ab Morgen steht bei uns das neue Halo 3: ODST in den Händlerregalen. Unser Test soll in letzter Minute klären, ob sich der Kauf des eigenständigen Addon lohnt oder ob man die Brieftasche lieber zu lassen sollte.
Screenshots zu Halo 3: ODST




 
DIE BESTEN DER BESTEN

In den vergangenen Halo-Ablegern verkörperte der Spieler stets den übermächtigen Masterchief. Der Typ konnte alles und das auch noch ein bisschen besser als alle Anderen. Meterhohe Sprünge waren für den Masterchief kein Problem und seine sich selbst regenerierende Rüstung beschütze ihn vor dem sicheren Tod. Der neue Hauptcharakter kann mit keiner dieser wundersamen Eigenarten auftrumpfen. Ihr spielt einen blutigen Anfänger in der ODST-Einheit – den Orbital Drop Shock Trooper. Diese Soldaten sind zwar die Besten der Besten, trotzdem sind die Kerle ganz normale Menschen, ganz ohne übermächtige Spezialfähigkeiten. Aber eine knallharte Spezialausbildung ist ja auch schon mal was.

Ganz so hilflos sind die ODST-Truppen dann doch nicht. Sie dürfen sich über ein besonderes Helm-Feature freuen. Per X-Taste kann der Spieler den VISR-Modus aktivieren. Bevor es aber dazu kommt, legt man erst einmal eine waschechte Bruchlandung hin. Nach einem einleitenden Intro, ist es die Aufgabe der ODST, die Stadt New Mombasa von den angreifenden Allianz-Mitgliedern zu befreien. Dazu begibt sich der Spieler in eine kleine Flugkanzel und wird Richtung City geschossen. Dabei geht natürlich alles schief und als die Spielfigur wieder zu sich kommt, blickt sie von oben herab auf die Straßen New Mombasa. Diese Situation nutzt Bungie für das traditionelle Tutorial. Der Spieler soll einige Schalter für den Notausstieg aktivieren. Hat man diese „aufwendige“ Aufgabe erledigt, geht es zurück auf den Boden der Tatsachen. Dank des Sprungs in die Tiefe verletzt sich die Spielfigur und schon erlebt man eine weitere Neuerung im Halo-Universum. Da ein ODST-Soldat nur ein ganz normaler Mensch ist, kann er sich dauerhaft verletzen. Um diese Verletzungen zu heilen, benötigt er ein Medikit. Diese findet man überall in New Mombasa an speziellen Automaten.

Die ersten Schritte auf den Straßen New Mombasa werden von Tutorial-Einblendungen begleitet. So wird schnell klar, dass sich Gegner mit dem VISR-Modus viel schneller ausmachen lassen. Während normale Umgebungen gelb umrandet sind, werden Gegner mit einer roten Umrandung sichtbar gemacht. Dadurch werden die doch sehr taktischen Kämpfe etwas entschärft, da man stets die Übersicht behält. Trotzdem werden die Gegner keinesfalls zu dümmlichen Schießbudenfiguren deklassiert. Die Allianz-Bande geht in Deckung, umzingelt den Spieler und verfolgt ihn überall hin. Selbst enge Räumlichkeiten sind für die Monster kein Problem, denn sie beherrschen das Öffnen von Türen. Es ist also ratsam, sich stets eine Deckung zu suchen und immer einen Fluchtweg in der Hinterhand zu haben. Das sich die Lebensenergie nicht mehr vollständig regeneriert, kommt noch erschwerend hinzu.

Der VISR-Modus ist aber nicht nur für die Actioneinlagen hilfreich. Er treibt auch die Story voran und kristallisiert in der Umgebung besonders wichtige Objekte heraus. Wichtige Missionen erhält der Spieler über eine nahe gelegende Telefonzelle. Im VISR-Modus leuchtet diese auf und macht sich zusätzlich mit einem Klingelgeräusch bemerkbar. Auf einer Übersichtskarte kann der Spieler sein nächstes Missionsziel ausmachen. Ein Kompass hilft bei der Orientierung. Sobald der Spieler einen Ausrüstungsgegenstand eines verschwundenen Teammitgliedes gefunden hat, spielt er in einer Rückblende dessen Situation nach und so fügt sich die Geschichte langsam zusammen. Zwar ist New Mombasa im Kern eine offene Stadt, die Missionen schicken den Spieler aber ziemlich geradlinig durch die ODST-Geschichte. Das ist schade, hätte man die Kampagne doch sicherlich offener und dynamischer gestalten können. Ein weiterer Kritikpunkt ist die doch sehr kurze Spielzeit. Zwar ist Halo 3: ODST nur ein eigenständiges Addon, aber für einen Preis von 40 Euro kann man doch schon etwas längere Unterhaltung verlangen. Nach 5 – 6 Stunden hat der Otto-Normal-Spieler das abschließende Video gesehen. Zwar lädt der knallharte Schwierigkeitsgrad „Heldenhaft“ zum erneuten Durchspielen ein, aber nicht jeder wird die Lust verspüren, noch einmal als ODST-Trooper in New Mombasa einzureiten.

WENN GEGNER IN MASSEN KOMMEN

Auch wenn Halo 3: ODST im Singleplayer-Modus nicht mehr als Standard-Kost bietet, der Multiplayer-Modus rockt mal wieder die Bude. Für immense Motivation sorgt der neue Firefight-Modus. Dieser ähnelt dem Horde-Modus aus Gears of War 2 und schickt bis zu 4 Spieler mit einer wahren Masse an Gegnern aufs Schlachtfeld. Um die nächste Spielstufe zu erreichen, müssen die Spieler in perfekter Teamarbeit mehrere Gegnerwellen abwehren. Angesichts der schlauen KI ist hier ein eingespieltes Team im deutlichen Vorteil. Während der Eine perfekt mit dem Warthog-Jeep umgehen kann, setzt der andere Spieler die Funktion des Scharfschützengewehrs perfekt um. Um die treibenden Online-Gefechte noch intensiver zu gestalten, werden von Zeit zu Zeit immer wieder Schädel aktiviert. Diese sorgen dafür, dass die Umstände noch härter werden. So können Euch die Gegner mit unendlich vielen Granaten eindecken oder die Feindesschar lässt sich nur mit bestimmten Angriffstaktiken niederstrecken. Das sorgt für Abwechslung, ehe man die 5. Stufe im Firefight-Modus erreicht hat. Das war aber noch nicht alles, was Bungie an Multiplayerspaß eingefügt hat. Dem Spiel liegt eine zweite Disc bei und auf dieser befindet sich der komplette Halo 3-Multiplayermodus. Zusätzlich zu den bereits bekannten Karten, hat Bungie noch 3 gänzlich neue Multiplayermaps hinzugepackt. Eine dieser Karten ist bereits aus Halo 2 bekannt und wurde als Remake neu aufgelegt.

IN DIE JAHRE GEKOMMEN

Wenn etwas älter wird, ist das nicht unbedingt schlimm. In der Videospielbranche trifft das leider nur selten zu. Man merkt Halo 3: ODST deutlich an, dass die Engine so langsam aber sicher ihr Rentenalter erreicht hat. Besonders die Animationen und Texturqualitäten lassen zu wünschen übrig. In den Videos muss man immer wieder feststellen, dass die Figuren eher durch die Gegend stampfen und nicht normal laufen. Da haben andere Spiele deutlich realistische Animationen zu bieten. Die bereits angedeutete Texturschwäche ist nicht immer vorhanden. Die Rüstungen der ODST-Einheiten sehen klasse aus und glänzen mit vielen Details und tollen Lichteffekten. Aber man sollte den Leuten lieber nicht ins Gesicht gucken. Das die Gestiken relativ leblos daherkommen, ist das eine Problem. Wenn Ich mir dann aber den Zopf von „Miss Nachrichtendienst“ anschaue, blicke Ich in die Vergangenheit. Anstatt einzelne Haare darzustellen, ist die Haarpracht eine einzige Textur – ein Beweis für das hohe Alter der Engine. Hinzu kommt der allgemein sehr dunkle Grafikstil. Man zwingt den Spieler, ständig im VISR-Modus herumzulaufen, damit man überhaupt etwas erkennen kann. Ist der Modus ausgeschaltet, wird der Spieler mit grellen Neonlichtern genötigt. Das Szenario des Halo-Universums ist ein sehr Interessantes. Aber eine Stadt mit vielen bunten Lichtern dürfte auf den Spieler nur wenig überzeugend wirken. Sicherlich, ein Braunton wie man ihn aus hunderten anderen Shootern kennt, soll es auch nicht sein, aber etwas weniger Farbe hätte dem Spiel gut getan. Immerhin überzeugen mal wieder die Action-Sequenzen mit aufwendigen Effekten und während der gesamten Spielzeit konnten wir kaum Framerate-Einbrüche feststellen.

Für die richtige Atmosphäre ist mal wieder Komponist Martin O’Donnel verantwortlich. Er sorgt wieder einmal für einen atmosphärisch einzigartigen Soundtrack und weckt in den kampferprobten Spielern echte Gefühle. Zwar dürften die elektronischen Klänge während der Kämpfe nicht jeden überzeugen, aber die orchestralen Klänge bleiben im Videospielgenre unerreicht. Leider hat man die oftmals schwachen Waffengeräusche nicht verbessert. Zwar bietet das Spiel einige, neue Schießprügel, so richtig überzeugen können die aber auch nicht. Wir wollen keinen Waffenporno, aber etwas mehr Bums hätte der tödlichen Gerätschaft gut getan. Das letzte Sound-Wort geht an die Synchronisations-Belegschaft. Diese haben sich anscheinend am Masterchief-Sprecher orientiert. Denn dieser plapperte in Halo 3 seine Sätze emotionslos und gelangweilt herunter. Die deutschen Stimmen wirken oftmals aufgesetzt und nur wenige Sprecher können das verwöhnte Spielerohr befriedigen. Schade, hier geht eine nicht unbedeutende Menge an Atmosphäre verloren.

An der Steuerung hat sich kaum etwas verändert. Es wird noch immer mit der RB-Taste nachgeladen, während mit der RT-Taste geschossen wird. Die LT-Taste nutzt der Spieler für die verschiedenen Granaten und wenn der Gegner doch mal etwas weiter weg ist, genügt ein Druck auf den rechten Analog-Stick, um den Zoom-Modus zu aktiveren. Am Ende bleibt eben das typische Halo-Feeling erhalten. Entweder man liebt es oder man hasst es.
Fazit zu Halo 3: ODST
Für Halo-Fans dürfte ODST unverzichtbares Futter sein. Alle anderen sollten sich den Kauf genau überlegen. Denn 5 – 6 Stunden Spielzeit für knapp 40 Euro ist nicht gerade das Maß aller Dinge. Ich konnte mich mit der Stadt New Mombasa nie so richtig anfreunden. Den VISR-Modus musste Ich etwas zu oft nutzen und die Stadt war mir viel zu bunt. Wäre da nicht der erstklassige Firefight-Modus, würde ODST kaum über den Standard hinaus kommen. Außerdem hoffe Ich ja ganz tief im Inneren, dass Halo: Reach eine neue Engine spendiert bekommt. Denn Halo 3: ODST zeigt eindeutig, dass die Engine ihre besten Jahre hinter sich hat.
 
Halo 3: ODST

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  Erschienen: 22.09.2009
  Hersteller: Microsoft Game Studios
  Entwickler: Bungie
  System: Xbox 360
  Spieler: 16
  Genre: Ego-Shooter
  USK: USK 18
  Sprache: Deutsch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Ja
  Webseite: bungie.net
  Preis: 39,95 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
78 %
  Sound:
85 %
  Gameplay:
80 %
  Umfang:
75 %
  Multiplayer:
88 %
  Gesamt: 81 %
 Userwertung: 
 
+
Gegner beherrschen viele Kampftaktiken
Firefight-Modus ein Multiplayerspaß vom Feinsten
Kompletter Multiplayermodus aus Halo 3 enthalten
Wie gewohnt ein aufwendiger Soundtrack
Tadellose Steuerung
Neues Spielgefühl, da keine Superkräfte vorhanden
-
Geradlinige Missionen
Nach ca. 5 Stunden ist Schluss
In die Jahre gekommene Grafikengine
Die Stadt New Mombasa ist oftmals zu dunkel
Teils dünne Waffengeräusche
Größtenteils schlechte Synchronisation
 
Screenshots zu Halo 3: ODST








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Werdet ihr euch die neue Xbox 360 zulegen?


Die Neue wird auf jeden Fall gekauft
Vielleicht in ein paar Monaten
Die Neue ist einfach nur hässlich
Dafür werde ich kein Geld ausgeben
Die Neue wird neben meiner alten Xbox360 hingestellt
Ich steh auf laute Lüfter, die alte Xbox 360 bleibt!


  

 

 





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