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Dark Void
von Tom D. vom 19.01.10, 13:51 Uhr
Das Erstlingswerk von Airtight Games!

Den Namen Airtight Games noch nie gehört? Kein Wunder, denn „Dark Void“ stellt deren erste Entwicklung dar. Umso gespannter sind wir, ob „Dark Void“ der erhoffte Hit geworden ist, und ob die neuen Gameplay-Elemente wirklich für die frische Prise in der Zocker-Luft sorgen. Wir haben uns für euch ins Bermuda-Dreieck gestürzt, die Leere aufgemischt und etliche Flugstunden absolviert. Mit diesem Test klären wir endgültig die Frage, ob „Dark Void“ sein Geld wert ist.
Screenshots zu Dark Void




 
FLIEGEN, LAUFEN, BALLERN

Das sind die drei tragenden Spielelemente. Doch bevor die eigentliche Geschichte beginnt, geht es erst einmal hoch in die Lüfte. Die Spielfigur trägt ein funktionstüchtiges Jetpack auf dem Rücken und muss eine Schar Ufos vom Himmel holen. Nach einer kurzen Eingewöhnung hat man die Steuerung kapiert. Denn am Ende steuert sich „Dark Void“ in der Luft wie ein typischer Arcade-Flieger. Mit dem rechten Stick vollführt man eine Rolle, während man mit dem linken Stick die Richtung angibt. Mit der Y-Taste wird beschleunigt, mit X dagegen gebremst. Um ein gekonntes Ausweichmanöver zu starten, drückt man den rechten Stick und zieht den Linken in eine bestimmte Richtung.

Nach der Flugstunde beginnt die eigentliche Geschichte. Wir befinden uns im August des Jahres 1938. Der Pilot Will Grey, ein smarter Draufgänger mit Fliegerjacke, startet mit seiner hübschen Bekanntschaft Ava einen Kurierflug. Die gewählte Flugroute soll sich schon nach kurzer Zeit als ungünstig herausstellen. Denn die Mythen bezüglich des Bermuda-Dreiecks sind wahr. Das Flugzeug stürzt ab und kurze Zeit später erwachen die beiden aus ihrer Ohnmacht.

Fortan übernimmt der Spieler die Steuerung und erkundet das Bermuda-Dreieck zu Fuß. Die Steuerung funktioniert dabei reibungslos. Einzig das Deckungssystem gestaltet sich etwas fummelig. Geht man mit der X-Taste hinter einem Objekt in Deckung, tut sich Will etwas schwer, diesen Schutz wieder zu verlassen. Entweder zieht man den Stick aggressiv nach hinten weg oder drückt die X-Taste damit Will die Deckung dann doch noch verlässt.

Trotzdem, die Action weiß zu gefallen. Da es sich bei den Gegnern um roboterartige Aliens handelt, fällt der Gewaltgrad entsprechend niedrig aus. Ist man weit genug ins Bermuda-Dreieck eingedrungen, erfährt man den wahren Namen der Aliens. Von den Eingeborenen werden sie die „Beobachter“ genannt. Doch gerade am Anfang hat es die KI nicht so mit dem Beobachten und Auskundschaften. Oftmals strömen die Gegner aus einem Gang in Richtung des Spielers, und man muss eigentlich nur noch draufhalten. Würden die Blechbüchsen nicht bereits auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad ordentlich einstecken, wären die Action-Sequenzen wohl ziemlich primitiv.

Ebenfalls störend: Die vielen unrealistischen Levelgrenzen. Immer wieder kann man Baumstämme oder Ähnliches besteigen und knallt plötzlich gegen eine unsichtbare Wand. Da geht der Unreal-Engine 3 wohl ein wenig die Puste aus. So altmodisch das Spiel auch immer wieder mal wirkt, die Entwickler haben es geschafft, mit dem Spiel zumindest etwas frischen Wind in das Action-Genre zu bringen. Denn sobald sich Will ein Jetpack auf den Rücken schnallt, legt „Dark Void“ einen abwechslungsreichen Gang ein. Anfangs kann man mit dem Jetpack nur kurze Strecke fliegen. So kann man sich zum Beispiel an eine eigentlich unerreichbare Felswand stellen, den Bick nach oben richten, und mit einem Druck auf die X-Taste schießt Will automatisch in die Höhe und krallt sich am Vorsprung fest. Die teils extrem hohen Kletterpartien wirken nicht so flüssig wie in „Assassins Creed“, aber sie wirken herrlich anders. Außerdem wurde die Spielfigur in diesen Sequenzen sehr flüssig animiert. Ebenfalls interessant die Schusswechsel, welche in diesen Situationen zustande kommen. Wenn man an einem Vorsprung steht und auf Gegner schießt, die gefühlte 100 Meter weiter unten sitzen, kann einem schon mal schwindelig werden.

Bekommt Will dann irgendwann das richtige Jetpack, geht die Post ab. Da genügt im Schwebeflug ein Druck auf die Y-Taste und schon wechselt die Spielfigur in den Flugmodus. Damit lassen sich Stellen erreichen, die vorher nicht einmal im Traum erreichbar waren. Hier zeigen die Entwickler Geschick und verknüpfen die Gameplay-Elemente zu einem gelungenen Gesamtpaket. Muss man zum Beispiel einen riesen Stromgenerator zerstören, sollte man erst einmal die Landeplattform anfliegen, anschließend bis zum Kern klettern und abschließend mit Vollgas flüchten. Wem die Jetpack-Action nicht ausreicht, schnappt sich eines der Fluggeräte. Fliegt man nahe genug an ein Ufo oder einem verbündeten Flugzeug heran, genügt ein Klick auf die B-Taste, und schon übernimmt man deren Steuerung. Einzig beim Ufo muss man Quicktime-Events absolvieren, um die Kontrolle zu übernehmen.

Wo wir schon beim Thema Quicktime-Events sind: Auch in „Dark Void“ kommen die wenigen Bosskämpfe nicht ohne dieses Knöpfchen-Drücken aus. Die Bossgegner sehen zwar gut aus, eine gekonnte Taktik wird aber kaum verlangt. Die Schwachstellen sind meist sehr eindeutig und es zählt nur die Feuerkraft. In der Leere angekommen (die namensgebende Parallel-Welt) muss man aber nicht nur Riesen bezwingen. Nein, man muss sie auch beschützen. Und genau hier zeigt „Dark Void“ eine weitere Schwäche. Einige Abschnitte wirken arg in die Länge gezogen. Wenn man 30 Minuten lang ein Ufo nach dem Anderen herunterholt, wünscht man sich irgendwann Abwechslung. Die Spielzeit wird dadurch auch nicht besser. Wer sich 2 gemütliche Abende hinsetzt, sieht bereits den Abspann. Die 10 Stunden-Marke wird so nicht erreicht. Die Story wurde in insgesamt 3 Kapitel aufgeteilt, wobei es noch mehrere Unter-Kapitel gibt.

Damit es in „Dark Void“ auch abseits der geradlinigen Levels etwas zu entdecken gibt, hat man dem Spiel ein seichtes Waffen-Upgrade-System verpasst. Jeder getötete Gegner lässt Technikpunkte fallen. Diese investiert man in bis zu 3 Ausbaustufen pro Waffe. Da die Preise für diese Upgrades sehr knackig sind, lassen sich im ersten Durchlauf kaum alle Waffen voll ausbauen. Um das Technikpunkte-Konto noch weiter zu füllen, findet man überall in der Welt von „Dark Void“ wertvollere rote und violette Technik-Punkte. Wem das noch nicht genügt, schaut sich nach den vielen Journalen um, welche Airtight überall in den Levels mehr oder weniger gut versteckt hat.

OPTISCHE HÖHENFLÜGE?

Schaut man sich die Grafik etwas genauer an, wird schnell klar, dass „Dark Void“ keinesfalls zur Grafikbomben-Liga gehört. Allzu oft vermisst man gestochen scharfe Texturen und gerade die Leere wirkt auf Dauer etwas detailarm. Trotzdem hat „Dark Void“ so seine Momente. Etwa im Flugmodus, wenn sich der Charakter butterweich durch die Lüfte bewegt. Oder die teils riesigen Alien-Stationen, welche aus der Luft schon sehr imposant aussehen. Leider konnten wir das ein oder andere Mal spürbare Ruckler vernehmen. Diese hätte man sicherlich vermeiden können.

Da es sich bei „Dark Void“ um eine Capcom-Produktion handelt, verwundert es uns kaum, dass „Dark Void“ nur mit deutschen Untertiteln daherkommt. Leider hat man sich hier einen störenden Designfehler erlaubt. Die Untertitel kommen in einer blauen Farbe daher, und oftmals kann man diese nur sehr schwer lesen. Denn der Text wurde mit einer leichten Transparenz versehen. Trifft die Textfarbe dann auf einen optisch ähnlichen oder sehr hellen Hintergrund, ist der Text fast unlesbar und nur noch mit Mühe zu erkennen. Im Gegenzug hat man sich beim Soundtrack und bei der Vertonung ordentlich ins Zeug gelegt. Die Synchronsprecher sprechen mit einem britischen Akzent – passend zu den Hauptcharakteren. Der Soundtrack wirkt aufwendig, auf Dauer aber eine Spur zu mitreißend. Gerade im Bermuda-Dreieck donnert die ganze Zeit ein pompöser Soundtrack, der sich nach einer Weile immer wieder wiederholt und damit sogar nerven kann. Trotzdem, die Musikstücke erinnern an die guten alten Hollywood-Filme der 90er-Jahre.
Trailer zu Dark Void
 
Fazit zu Dark Void
Für ein Erstlingswerk ist „Dark Void“ erstaunlich gut geworden. Um bei der Elite mitzumischen reicht es dann aber doch nicht. Trotzdem habe ich „Dark Void“ bis zum Ende durchgespielt. Denn immer wieder überrascht der Titel mit frischen Gameplay-Ideen. Die Flugsteuerung fällt erfreulich leicht aus, und der Übergang zwischen Flug- und Bodenaction ist butterweich. Schade, dass einige Passagen so künstlich in die Länge gezogen wurden, und die Gegner-KI nicht gerade oft mit Cleverness glänzt. Ist man auf der Suche nach einem guten Action-Abenteuer mit frischen Ideen, könnte „Dark Void“ genau richtig sein. Mich hat es zwar nur selten begeistert, aber es hat die ganze Zeit über Spaß gemacht.
 
Dark Void

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  Erschienen: 22.01.2010
  Hersteller: Capcom
  Entwickler: Airtight Games
  System: Xbox 360
  Spieler: 1
  Genre: Action
  USK: USK 16
  Sprache: Englisch
  Texte: Deutsch
  Onlinefähig: Nein
  Webseite: darkvoidgame.com
  Preis: 51,95 €
 
Bewertungen

 

  Grafik:
79 %
  Sound:
83 %
  Gameplay:
80 %
  Umfang:
75 %
  Multiplayer:
0 %
  Gesamt: 79 %
 Userwertung: 
 
+
schnell erlernte Flugsteuerung
Jetpack bringt frischen Gameplay-Wind
tolle Verknüpfung von Flug- und Bodeneinsatz
Waffen lassen sich aufrüsten
butterweiche Fluganimationen
hörenswerter Soundtrack
-
fummeliges Deckungssystem
wenig flexible KI
unsichtbare Levelgrenzen
Bosskämpfe verlangen nur sehr wenig Taktik
einige Abschnitte wirken in die Länge gezogen
gelegentliche Ruckeleinlagen
schlecht gewählte Untertitel-Farbe
 
Screenshots zu Dark Void








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